Audiostreaming

Einleitung

Das kommerzielle Audio-Streaming wurde 2006 durch Spotify ins Leben gerufen. Dieser neue Streaming-Dienst stellte eine gute Alternative, wenn man nicht nur ein immer wiederkehrendes Radioprogramm hören mochte oder einem eine eigene Plattensammlung zu teuer war. 2009 wurden in Schweden eine Million User registriert, als die Plattform 2008 erstmals Audiodateien zum Download anbot. Zuvor gab es nicht wirklich eine Plattform mit einem entsprechenden Konzept. YouTube bot bis dahin einen kostenlosen Service für Videos an, was später aber für Audio-Daten zweckentfremdet wurde. Des Weiteren gab es Anbieter wie Myspace, wo jedoch das gehört werden musste, was angeboten wurde. Auch illegale Portale wie die online Tauschbörse Napster, die sich als Streaming-Anbieter mittlerweile neu erfunden haben, waren weitere wichtige Vertreiber von online Audio-Dateien. Und dann gab es da noch Plattformen (wie z.B. iTunes), bei denen man einzelne Songs kaufen konnte und die Möglichkeit hatte, die Dateien auf dem eigenen Computer abzuspeichern. Lange vorherrschend auf dem Download-Markt war und ist seit 2003 iTunes.

Aber so vielseitig das Angebot heutzutage ist, genauso unübersichtlich kann es sein, wenn man nicht genau weiss, wonach man seine Kriterien richten soll.

Hauptteil

Das Musikhörverhalten der Menschen hat sich im Laufe der Zeit sehr verändert. Heutzutage wird Musik an vielen verschiedeneren Orten gehört, als dies früher noch der Fall war. Die Gesellschaft ist mobiler geworden, fast überall haben die Leute Internetzugang und somit eine grössere Möglichkeit, um auf Musik- und Onlinedateien zuzugreifen.

2003 revolutionierte Apple mit seinem iTunes-Store die Audiowelt. Sie lancierte eine Plattform, welche nicht nur die digitale Mediennutzung optimierte, sondern auch den Vertrieb von Musik legal und bequem von zu Hause aus ermöglichte. Doch 2013, zehn Jahre nach der Lancierung des Apple-Dienstes, musste der Wegbereiter erstmals rückläufige Zahlen kommunizieren und Apple musste mit seiner Plattform eine Einbusse von knapp 5% verzeichnen.

Streaming-Dienste wie Spotify oder Pandora sind heute mächtig auf dem Vormarsch. Die Nutzer können heutzutage gegen eine monatliche Gebühr soviel Musik hören, wie es ihnen beliebt. Darüber hinaus kann man auch eigene Playlists erstellen, Songs offline abspeichern und die Stücke nach Belieben oft anhören.

Diverse auf dem Markt vorherrschende Anbieter unterscheiden sich in ihrem Angebot aber kaum voneinander. Einige Hersteller wie Spotify oder Deezer gewährleisten Gratisabonnemente, bei welchen jedoch zwischen den einzelnen Musikstücken Werbung geschaltet wird. Wer aber seinem Streaming-Anbieter kündigt oder keine Lust mehr hat sein Abonnement zu bezahlen, dem geht seine Musiksammlung verloren. Auch können bei fehlender Internetkonnektivität die Dateien nicht wiedergegeben werden.

Nicht konkurrenzfähig gegenüber den Portalen Spotify und Apple Music aber innovativ stellte sich Kim Dotcom mit seinem Projekt Baboom selbst dar. Der Im August 2015 online gegangene Streaming-Dienst erklärte, dass sein Angebot ein Fair Trade-Streaming ist. Statt den bislang üblichen 70%, die an den Künstler oder die Labels abgetreten werden, bietet er den Musikern, welche ihre Songs auf seine Plattform stellen rund 90% der Einnahmen an. Kim Dotcom musste seine Anteile von Baboom aber aufgrund seines schlechten Rufes verkaufen. Der Download- und Streaming-Anbieter Badoom will nächstes Jahr weiterhin eng mit der Musikbranche zusammenarbeiten.

 

Als Musiker lohnt sich Streaming erst ab einer bestimmten Menge von Streams. Für bekannte Künstler und Bands ist dies kein Problem, doch für unbekannte Musiker und Musikerinnen ergibt sich daraus kein Gewinn, da man als unbekannter Artist in dem riesen Musikkatalog nicht heraussticht.

Die folgende Grafik zeigt, wie viele Hörer man als Künstler braucht, um 125 Dollar bei Streaming-Diensten zu verdienen:

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Quelle: The Trichordist, Februar 2014

Ein Vergleich zu Downloadbörsen, wie es beispielsweise iTunes eine ist, müsste ein Künstler etwa zwölf Alben mit jeweils zehn Songs verkaufen, um 125 Dollar zu verdienen. Man bräuchte als Musiker etwa 120 Fans beziehungsweise 120 Anhänger, die etwas kaufen. Der Käufer könnte die Songs dann so oft hören, wie er dies gern tun möchte. Das würde für den Artisten aber bedeuten, dass der Käufer für eine erneute Wiedergabe nichts mehr bezahlen müsste. Bei den Streaming-Angeboten hingegen würde der Musiker bei jeder Wiedergabe seiner Songs einen kleinen Betrag von seinen Zuhörern erhalten. Über die Jahre sollte man als Künstler mehr Fans generieren können und somit auch mehr Streams erreichen. Faktisch ergibt sich daraus, dass der Verkauf von Downloads anfangs mehr Gewinn einbringt, sich aber über einen relativ längeren Zeitraum hinweg durch Streams mehr Ertrag erwirtschaften liesse.

Schlussfolgerung

Ob nun Streaming der richtige Weg für die Musikindustrie ist, wird die Zukunft zeigen. Das Problem jedoch ist, dass wenn irgendwann jeder ein Streaming-Abonnement hätte, sich der Gewinn nicht mehr erhöhen könnte, wie es bei CD- oder MP3-Käufen der Fall ist. Wir hätten dann einen Pauschalbetrag und die Industrie könnte zumindest theoretisch nicht mehr wachsen. Natürlich könnten Livekonzerte, spezielle Events oder Sonderangebote die Gewinnzahlen steigen lassen, doch der Verkauf der Musik wäre dann tot oder zumindest erheblich eingeschränkt.

Was man tun könnte, um mehr Profit zu generieren, wäre es die Auftragsgebühren zu erhöhen und unterschiedliche Abonnemente anzubieten, sodass sie beispielsweise auf eine monatliche Datengrösse begrenzt wären. Jedoch würden dann aber auch wieder die kleinen und unbekannten Künstler darunter leiden, die es sich aufgrund eines eingeschränkten Budgets nicht leisten könnten, die eigenen Produkte ausreichend und weitläufig zu vermarkten.

Mit dem Aufkommen von Streaming-Portalen müssen sich Radiostationen ebenfalls etwas Neues ausdenken, um ihr Publikum nicht zu verlieren und ihre Berechtigung in der Musikindustrie zu erhalten. Dazu müssen sie sich auf dem Markt klar positionieren. Eine Möglichkeit wäre es, dass sie Streaming-Dienste in ihr Angebot einbinden oder sie sogar als Partner einspannen und die Songs ihrer Radio-Playlists mit Spotify verknüpfen. Oder sie könnten sich mit Rdio verbünden, der ohnehin im Kampf gegen Spotify einen Partner sucht, um konkurrenzfähig zu sein. Rdio selbst ist ein Musikdienst, der sich mit immerhin 18 Millionen Songs präsentiert. Man kann entweder über den Browser oder aber über eine Software für Windows oder OSX darauf zugreifen. Des Weiteren hat Rdio gegenüber Spotify den wesentlichen Vorteil, dass bereits Apps für iOS, Android und Windows Phone entwickelt wurden und man somit mit allen nutzbaren Geräten darauf zugreifen kann. Zusätzlich führt es nach einem Probeabonnement nicht zwangsläufig zu einem Bezahlabo.

Fazit

Ich denke, zukünftig wird es nicht nur Streamings geben, sondern auch das Angebot von Downloads wird weiterhin vorhanden bleiben. Dass die physischen Tonträger wie Schallplatten oder CD’s komplett verschwinden werden, denke ich auch nicht, denn Liebhaber und Sammler aber auch Leute, die gerne beim Kauf etwas in der Hand halten gibt es, gab es und wird es immer geben. Ein weiterer Vorteil ist es, dass meistens noch ein Downloadcode bei liegt und man die CD nicht mal mehr digitalisieren muss. Der Marktanteil wird aber mit den Jahren sicherlich kleiner werden.

Der Mensch ist seit Urzeiten ein Sammler und mit Streaming bleibt einem diese uralte Angewohnheit verwehrt. Ich gehe davon aus, dass es noch lange Zeit gehen wird, bis sich alles digitalisiert hat. Es könnte aber auch sein, dass es nie dazu kommen wird und physische Medienträger bleiben weiterhin vorhanden. Mit der Digitalisierung einher würde auch der Verlust von Spezialalben mit ausgefallenen Artworks oder Limited Box Editions, wie zum Beispiel mit einem T-Shirt  oder Posters verloren gehen.

Nicht nur die Musikindustrie auch andere Branchen werden zukünftig Schwierigkeiten haben, denn das Angebot ist nun mal übersättigt. Das Internet hat einen wichtigen Stellenwert in Bereichen der Kommunikation, der Unterhaltung wie auch gesellschaftlich eingenommen. Ob man aber immer alles mitmacht und somit ständig mit dem Strom mit schwimmt, bleibt jedem Individuum selbst überlassen. Vielleicht wird sich der Hype um die Digitalisierung und der weltweiten Kommunikation wieder ein bisschen normalisieren und man geht wieder zum Altbewerten zurück, sprich wieder zur Sammlung von physischen Tonträgern.

 

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